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Presseartikel

Die Berliner Zeitung schrieb: Häkelbikinis aus der Kooperative von Annette Bräunlein
Im Alten Textilkaufhaus in Friedrichshain wird produziert und verkauft Maßgeschneiderte
originelle Kleidungsstücke, dazu den passenden Schmuck, nach individuellen Wünschen gefertigt,
ein paar Holz-Accessoires für die Küche und ein Bild für die Wohnzimmerwand - alles handgefertigt
und zu erschwinglichen Preisen. So könnte das Ergebnis einer Shopping-Tour im Alten Textilkaufhaus
am Friedrichshainer Wismarplatz aussehen. Am Mittwoch hat das "Altex", so die Abkürzung, nach
Ausbau und Renovierung wiedereröffnet. In zwölf Ateliers und zwei Verkaufsräumen werden die Waren
produziert und angeboten. Die Palette reicht von Mode für Erwachsene und Kinder über Schmuck und
Accessoires bis hin zu Kunst und Design. Viele Waren sind Unikate, Kunden können mit den Produzenten
direkt über individuelle Wünsche sprechen. Viele Läden arbeiten zusammen.
"Solche kooperativen Formen sind die Zukunft", sagt Marina Bell. 2003 hat die Architektin das
Alte Textilkaufhaus gegründet und ihr Hobby Handarbeiten zum Beruf gemacht.
"Als Einzelkämpfer kann man in dem Bereich heute kaum mehr überleben", sagt die 34-jährige Lettin.
Heute verkauft sie Dinge wie selbst gehäkelte Bikinis und Filzhausschuhe.
"Viele bieten hier zum ersten Mal ihre Sachen zum Verkauf an", sagt Marina Bell.
"Die Bedingungen sind ideal, um mal etwas auszuprobieren. Und dann merkt man, ob es läuft oder nicht.
" Die Miete für einen Raum kostet im Schnitt 150 Euro pro Monat. Zehn Prozent des Gewinns geht in
die Gemeinschaftskasse und wird für Renovierungen oder Werbung ausgegeben. Für 20 Euro pro Meter kann
man auch Kleiderstangen mieten und zu Hause produzierte Waren anbieten. "Mit so vielen Leuten unter
einem Dach gibt es natürlich immer mal ein paar Zwistigkeiten", sagt Frank Parthey, der im
Obergeschoss Steine mit Heilwirkung schleift. Seine Freundin Martina Hager verarbeitet sie zu Schmuck.
Ursprünglich haben die beiden das als Hobby betrieben. Im "Altex" haben sie zum ersten Mal eine Art
Laden. "Vorher sind wir mit unseren Sachen von Markt zu Markt gezogen", sagt Parthey.
"Aber insgesamt finde ich das Kaufhaus eine gute Sache." In seinem Atelier möchte er demnächst auch
Edelsteinschleifkurse für Kinder anbieten. Auch bei Marina Bell gibt es Kurse für Nähen, Stricken,
Häkeln, Filzen, Seife herstellen und Zeichnen. Ihre Handarbeiten finden reißenden Absatz.
"Mit der Herstellung meiner Filzhausschuhe komme ich gar nicht mehr nach", sagt sie und hofft,
dass bald das ganze Kaufhaus so beliebt ist. "Es wäre toll, wenn unser Kaufhaus irgendwann eine
Touristenattraktion wird und Busse dann auch hier halten." Zwei Busse mit amerikanischen und
chinesischen Touristen haben das "Altex" bereits besucht.
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