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Presseartikel vom 18.01.2008

Die Berliner Zeitung schrieb: "Das kreative Rückgrat
Berlins" von Karin Schmidl
Jede fünfte Firma arbeitet im Ost-West-Bezirk
FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG. Vor fünf Jahren mietete
die Architektin Marina Bell einige Räume in der Boxhagener
Straße 93 und machte dort ihr Hobby Handarbeiten zum Beruf.
Ihre Filzhausschuhe und gehäkelten Bikinis sind mittlerweile
ein Renner. Doch die heute 34-Jährige merkte bald: "Als
Einzelkämpferin kann man kaum überleben." Deshalb sorgte sie
dafür, dass weitere Kreative in das einstige Kaufhaus und in
die darüber liegenden Wohnungen einzogen. Heute ist das
"Alte Textilkaufhaus" eine Adresse für alle, die
Ausgefallenes suchen. Und für Kreative, die in Gemeinschaft
und dennoch individuell arbeiten wollen. In zwölf Ateliers
bieten sie Mode, Schmuck, Accessoires und Kunst an.
Das "Alte Textilkaufhaus", kurz "Atex" genannt,
ist ein Beispiel für die gute Entwicklung der sogenannten
Kreativwirtschaft im Bezirk. In einer Studie hat das
Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) acht
Kreativ-Branchen untersucht: Software, Multimedia und
Internet, Buch und Presse, Architektur, Kunst, Werbung,
Film- und TV-Wirtschaft, darstellende Kunst und
Musikwirtschaft. Die Studie wurde im Auftrag des Bezirks
erarbeitet, der eine Imagekampagne starten will: "Standort
Zukunft Friedrichshain-Kreuzberg" heißt der Slogan.
Auf die Kreativen trifft dies durchaus zu.
"Friedrichshain-Kreuzberg ist der Bezirk mit der höchsten
Konzentration von Kreativen in Berlin", sagte gestern Marco
Mundelius vom DIW. Mit 42 Prozent arbeitet fast die Hälfte
aller Berliner Kreativen im Ost-West-Bezirk. Jedes fünfte
Berliner Kreativ-Unternehmen und jeder vierte darstellende
Künstler sind dort beheimatet. Mundelius: "Mit Mitte und
Prenzlauer Berg bildet Friedrichshain-Kreuzberg das kreative
Rückgrat der Stadt."
Offiziell knapp 12 000 Menschen im Bezirk arbeiten als
Kreative. Doch ihre wahre Zahl ist höher, denn die Studie
erfasst nur jene, die umsatzsteuerpflichtig sind. "60
Prozent der bildenden Künstler leben unterhalb des
steuerfreien Existenzminimums", sagte Wirtschaftsstadtrat
Peter Beckers (SPD). Gerade solche Kreativen will der Bezirk
stärker unterstützen. Ihnen sollen Experten ehrenamtlich
beim Marketing helfen. Und in einer neuen Kunsthalle auf dem
Areal des Blumengroßmarktes, der an die Beusselstraße zieht,
sollen weitere preiswerte Ateliers entstehen. < zurück
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