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Presseartikel

Junges Design im Alten TextilkaufhausGestern öffnete in
Friedrichshain ein Atelier- und Verkaufsgebäude für Mode und
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Von Anke Engelmann
Passanten, die in der Boxhagener Straße Richtung
Wismarplatz unterwegs sind, sollten demnächst etwas mehr
Zeit mitbringen, denn an der Ecke Colbestraße eröffnete
gestern das Alte Textilkaufhaus. Dort, wo bis 2002 die
Volkssolidarität ihr Domizil hatte, kann man heute hinter
großen Schaufenstern jungen Modedesignern direkt auf die
Finger schauen. Auf zwei Etagen und 370 Quadratmetern
produzieren und verkaufen 14 junge Designer jede Menge
schöne Dinge: Klamotten, Schmuck, Holz- und Leinenprodukte,
Postkarten und Bilder. Im Erdgeschoss fertigt Marina Bell
ihre Mode aus Filz, Wolle und Baumwolle. »Alles Unikate«,
sagt sie, während sie den Tisch abräumt und sich für den
Fotografen an die Nähmaschine setzt. Die zierliche Lettin
hat ihre Firma »Bellanatur« bereits seit dreieinhalb Jahren
in dem Gebäude. Und sie ist oft auf Kunst- und
Weihnachtsmärkten unterwegs. Besonders ihre Hausschuhe aus
Filz seien ein Renner, sagt sie strahlend. Sie hofft, dass
die Leute im Altbaukiez am Wismarplatz die Vorteile der
warmen Filzsocken zu schätzen lernen.
Nebenan riecht es angenehm würzig. »Wacholder«, erläutert
Olaf Schwetje fachkundig. In seinem »Kiek in de Kök!« (Schau
in die Küche) genannten Laden gibt es neben Holz- und
Leinenprodukten auch Infos über Estland. »Viele kommen her
und erzählen von Reisen und Erfahrungen«, sagt der Mann.
Während im Erdgeschoss vorwiegend Naturprodukte zum Verkauf
stehen, wird es eine Etage höher ein bisschen »peppiger und
flippiger« – erläutert Nela Krieger.
Aus afrikanischen und europäischen Stoffen und Schnitten
entwirft und fertigt die junge Frau unter dem Firmennamen
»Froschkönigin« Kindersachen und Damenoberbekleidung. Ihre
Kollegin Charlotte Köntgen von cacahouète ist Autodidaktin.
Bisher hat sie ihre Mode auf Kunstmärkten angeboten. Kein
Spaß bei 13 Grad Minus, sagt sie. Auch hier gelangt man vom
großen Verkaufsraum direkt in die Ateliers. Die Kunden
können nach eigenen Wünschen ein Einzelstück bestellen und
vom Schnitt bis zum Abschneiden des letzten Fadens sein
Entstehen verfolgen. Und sich von Metalldesignerin Christine
Leusner den passenden Schmuck anfertigen lassen.
Wer sich hier einkleiden will, muss allerdings ein
bisschen Geld mitbringen. Dafür ist alles in Handarbeit
gefertigt und einzigartig. »Wir versuchen, die Preise
angemessen zu halten. Doch wir sind nicht C&A oder H&M«,
sagt Nela Krieger. Das Geniale am Haus sei die Mischung und
die Vielfalt, sagt Christine Leusner. Jeder hier ziehe eine
eigene Klientel an, ergänzt Nela Krieger. Wer hierher kommt,
macht gleich einen Rundgang durch das ganze Haus – und wird
bestimmt fündig.
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